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Marinas und Liegeplätze in Kroatien

Wer in Kroatien eine Immobilie kauft und ein Boot besitzt, braucht meistens noch einen Liegeplatz. Diese Übersicht zeigt die 76 Marinas von Umag bis Dubrovnik mit Liegeplätzen, Ausstattung und eine Orientierung zu den Jahrespreisen. Wir informieren auf dieser Seite, warum ein Liegeplatz nicht gekauft, sondern nur gemietet werden kann. Zudem Infos zu den Preisen und den Pflichten für die Bootseigner.
76Marinas an der kroatischen Küste
17.170Liegeplätze im Wasser
39Marinas mit veröffentlichtem Jahrespreis

Karte zu den Marinas / Yachthäfen Kroatiens

Istrien
Marinas
16
Liegeplätze
4.012
12 m pro Jahr
6.890 EUR
Größte
Marina Veruda
Kvarner
Marinas
10
Liegeplätze
2.903
12 m pro Jahr
7.130 EUR
Größte
Marina Punat
Nord-Dalmatien
Marinas
27
Liegeplätze
6.929
12 m pro Jahr
8.100 EUR
Größte
D-Marin Dalmacija
Mittel-Dalmatien
Marinas
15
Liegeplätze
2.110
12 m pro Jahr
7.880 EUR
Größte
Marina Kaštela
Süd-Dalmatien
Marinas
8
Liegeplätze
1.216
12 m pro Jahr
6.360 EUR
Größte
ACI Marina Dubrovnik

Die Karte zeigt 75 Marinas. Je größer das Symbol, desto mehr Liegeplätze im Wasser. Klicken Sie auf eine Region, um sie heranzuholen und die Liste darunter zu filtern. Ziehen Sie die Karte mit der Maus, und halten Sie zum Zoomen die Strg-Taste gedrückt. Zu den Objekten der Regionen geht es über Istrien, die Kvarner Bucht, Nord-Dalmatien, Mittel-Dalmatien und Süd-Dalmatien.

Alle 76 Marinas im Überblick

Liegeplatz kaufen oder mieten?

Ein Liegeplatz in Kroatien kann nicht gekauft werden. Küstenstreifen, Meeresgrund und Hafenanlagen gehören zum sogenannten Meeresgut, Eigentum daran ist gesetzlich ausgeschlossen. Marinas sind Häfen mit besonderer Zweckbestimmung. Der Betreiber führt sie üblicherweise über eine staatliche Konzession und vermietet die Plätze weiter. Als Eigner schließen Sie einen Nutzungsvertrag über einen bestimmten Zeitraum ab.

Kommunaler Liegeplatz und eigener Steg

Günstiger als die Marina ist der kommunale Dauerliegeplatz in einem öffentlichen Hafen. Vorrang haben Eigner mit Wohnsitz in der Gemeinde, deren Boot in Kroatien registriert ist. Ein Boot unter deutscher, österreichischer oder schweizer Flagge erfüllt diese Bedingung nicht. Die Hafenbehörde muss die Vergabeliste und die Warteliste öffentlich bekannt machen.

Ein eigener Steg oder eine eigene Boje vor dem Ferienhaus lässt sich als Privatperson nicht legal einrichten. Die Verordnung über Genehmigungen auf dem Meeresgut kennt dafür keinen Genehmigungstyp. Zulässig sind solche Anlagen nur mit Konzession, wie sie Hotels, Campingplätze und Werften erhalten. In der Praxis werden Liegeplätze aber auch vor dem eigenen Haus genutzt und meist toleriert.

Arten von Liegeplätzen

  • Der Normalfall für Eigner ist der Jahresliegeplatz im Wasser mit zwölf Monaten Vertrag.
  • Daneben bieten viele Marinas einen Saison- oder Halbjahresvertrag an, getrennt nach Sommer und Winter.
  • Wer nur durchfährt, zahlt den Transitliegeplatz nach Bootslänge und Nacht.
  • Winterlager / Trockendock, meist von Oktober bis April (Kräne und Travellift kosten extra).
  • Kommunaler Liegeplatz über die Hafenbehörde: möglich nur mit kroatisch registriertem Boot.
  • In vielen Buchten liegen offizielle Bojenfelder, gebührenpflichtig und teils mit Müllentsorgung.
Yachthafen in Kroatien mit Segelbooten an den Stegen aus der Luft
Liegeplätze in einer Marina an der kroatischen Adriaküste

Was ein Liegeplatz kostet

Die Klassen gelten für einen Jahresliegeplatz im Wasser für ein Boot von zwölf Metern Länge, einschließlich Mehrwertsteuer. Strom und Wasser am Steg sind meist enthalten, Kraneinsatz, Winterlager an Land und Service kosten zusätzlich. Im Norden liegen die Preise deutlich unter denen in Mittel- und Süd-Dalmatien. Die Preislisten ändern sich jedes Jahr, deshalb nennen wir Klassen und keine Beträge. Was beim Kauf der Immobilie selbst anfällt, steht unter Nebenkosten beim Immobilienkauf, die laufenden Kosten im Jahr unter Betriebskosten einer Immobilie.

Pflichten und Gebühren für Bootseigner

  • Jedes ausländisch geflaggte Boot braucht die Sicherheitsgebühr, umgangssprachlich Vignette. Sie richtet sich nach Länge und Motorleistung und gilt bis zum 31. Dezember. Beim ersten Einlaufen holen Sie sie persönlich beim Hafenamt, danach geht es online.
  • Kurtaxe zahlen Sie, sobald Sie auf einem Boot über sieben Metern übernachten, ausschließlich online, wahlweise als Pauschale nach Bootslänge oder mit 1,33 EUR je Person und Nacht.
  • Eine Haftpflichtversicherung ist ab 15 kW Motorleistung Pflicht, den Nachweis führen Sie an Bord mit.
  • Anerkannt sind der Sportbootführerschein See, der Sportküstenschifferschein und der ICC mit Eintrag für Küstengewässer. Mit UKW-Funkanlage an Bord kommt ein Funkzeugnis dazu.
  • Für Boote über fünf Meter kommt die Bootssteuer dazu, 13 bis 664 EUR im Jahr, gestaffelt nach Länge, Kabine und Motorleistung.

Boot registrieren und kaufen

Auch ohne Wohnsitz in Kroatien können Sie ein Boot in das kroatische Register eintragen lassen. Dafür brauchen Sie einen Eigentumsnachweis mit beglaubigter Unterschrift und einen Nachweis der technischen Eignung sowie bei Übernahme aus einem anderen Register dessen Löschungsbescheinigung. Mit kroatischer Flagge kommt ein kommunaler Liegeplatz überhaupt erst in Betracht.

Beim Kauf/Verkauf: Verkäufer muss seine Unterschrift im Kaufvertrag beglaubigen lassen - der Eigentumswechsel ist binnen 30 Tagen beim Hafenamt anzumelden. Achten Sie auf einen klaren Nachweis über gezahlte Mehrwertsteuer, ggf. von Vorteil beim evtl. Weiterverkauf.

Tipps aus der Praxis

  • Fragen Sie früh im Jahr und außerhalb der Saison an. Viele Marinas sind bei Jahresplätzen ausgebucht, je weiter südlich in Kroatien, desto knapper sind die Plätze.
  • Kleine private Anlagen und Vereinshäfen haben öfter freie Plätze zu niedrigeren Preisen als die großen Ketten.
  • Winterlager an Land ist im Norden verbreiteter und günstiger. Marinas mit eigener Werft können häufig die Wartung übernehmen.
  • Die Bura (deutsch auch oftmals Bora genannt) ist das größte Risiko im Winter. An der Velebit-Küste ist ein fester Platz in einer geschützten Marina einer Boje deutlich vorzuziehen. Welche Winde sonst noch gefährlich werden, steht weiter unten.
  • Wer eine Insel ins Auge fasst, sollte vorher die Fährverbindungen und die Flugverbindungen ansehen. Wie sich die Regionen sonst unterscheiden, zeigt unser Regionenvergleich.

Gefahren

Gefährlich wird es an der Adria fast immer durch Wind. Ab sechs Beaufort sollte man eher im Hafen bleiben.

Das zweite Thema sind Untiefen. Vor vielen Inseln liegen Felsen und Riffe dicht unter der Oberfläche, etwa in den Kornaten, in den Durchfahrten zwischen den Inseln und in der Zufahrt kleiner Buchten. Sportbootkarten und manche Apps zeigen nicht immer jede Stelle - verbindlich sind die Seekarten des Hydrographischen Instituts in Split.

Den Seewetterbericht kündigt die Küstenfunkstelle Rijeka Radio auf UKW-Kanal 16 an, der Hafenmeister weiß, welche Bucht bei welcher Windrichtung hält.

Bei technischen Pannen sind Kraftstoff, eine Leine in der Schraube und leere Batterien die häufigsten Ursachen. Ein Funkgerät gehört an Bord, weil das Mobilnetz hinter den Inseln Lücken hat. Im Seenotfall gilt die 195, aus dem Ausland +385 51 195, oder UKW-Kanal 16, beides erreicht die Seenotleitstelle in Rijeka. Für Pannen ohne Gefahr für Leib und Leben fährt SeaHelp als Pannendienst an der ganzen kroatischen Küste, mit Stützpunkten von Umag bis Dubrovnik, wahlweise als Mitglied oder gegen Rechnung im Einzelfall.

  • Bura, aus Nordost, Oktober bis April: Fallwind über den Velebit. Die Böen erreichen ein Vielfaches des Mittelwinds, die See wird kurz und steil. Vorzeichen: ungewöhnlich klare Sicht, linsenförmige Wolken über dem Gebirge, fallender Luftdruck. Dann in den Hafen, nicht an eine Boje.
  • Der Jugo aus Süd bis Südost weht vor allem im Frühjahr und Herbst. Er baut sich über Stunden auf, hält oft mehrere Tage und schiebt eine lange, hohe Welle vor sich her. Schwüle Luft, Dunst und gelber Saharastaub an Deck kündigen ihn an.
  • Im Hochsommer kommt die Nevera aus West, eine Gewitterböe, die in Minuten von null auf Orkanstärke geht und nach einer halben Stunde vorbei ist. Sie zeigt sich vorher als dunkle Wolkenwand, dazu plötzliche Flaute und fernes Donnern.
  • Maestral, aus Nordwest, Sommernachmittage: drei bis fünf Beaufort, schläft abends ein. Zum Segeln ideal, gefährlich wird er nicht.
  • Tramontana, Levante, Lebić und der nächtliche Burin sind seltener. Der Lebić aus Südwest drückt Boote in offenen Häfen gegen die Mole.

Häufige Fragen zum Liegeplatz

Kann ich in Kroatien einen Liegeplatz kaufen?
Nein. Das Meeresgut steht außerhalb des Rechtsverkehrs, Eigentum an einem Liegeplatz ist ausgeschlossen. Sie schließen mit der Marina einen Nutzungsvertrag, meist über ein Jahr.
Was kostet ein Jahresliegeplatz?
Das hängt stark von Region und Marina ab. Wir zeigen die Jahrespreise für ein Boot mit zwölf Metern Länge in vier Klassen von günstig bis hoch, weil die Betreiber ihre Listen jedes Jahr neu festsetzen. Istrien und die Kvarner Bucht liegen überwiegend in den unteren Klassen, Mittel- und Süd-Dalmatien in den oberen. Den aktuellen Betrag nennt Ihnen die Marina auf Anfrage.
Darf ich vor meinem Haus eine Boje legen?
Als Privatperson nicht. Für Stege, Pontons und Bojen auf dem Meeresgut sieht die geltende Verordnung für Privatpersonen keine Genehmigung vor. Es kann passieren, dass illegale Bojen entfernt werden.
Brauche ich die Vignette auch für ein kleines Boot?
Die Sicherheitsgebühr gilt für ausländisch geflaggte Boote ab 2,5 Metern Länge oder mehr als 5 kW Motorleistung, also auch für viele Beiboote.
Bekomme ich als Ausländer einen kommunalen Liegeplatz?
Praktisch nur mit einem in Kroatien registrierten Boot und Wohnsitz in der Gemeinde. Vorrang haben ortsansässige Eigner, die Wartelisten sind öffentlich. Begriffe rund um den Kauf erklärt unser Glossar.
Quellen: Gesetz über Meeresgut und Seehäfen, Verordnungen und Hinweise des Ministeriums für Meer, Verkehr und Infrastruktur, Preislisten der Marinabetreiber 2026, Register der Häfen besonderer Zweckbestimmung. Stand September 2026, alle Angaben ohne Gewähr.

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